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Wenn der Sohn zum Chef wird

Die Nachfolge im eigenen Unternehmen zu regeln, ist eine besondere Herausforderung. Der Unternehmer hat oft jahrelang Herz und Seele in die Firma gesteckt. Umso schöner, wenn der Nachfolger aus der eigenen Familie kommt und im Unternehmen schon Fuss gefasst hat. Damit es jedoch so reibungslos abläuft wie bei der Firma Fäh & Co. in Seewis im Prättigau, gilt es vieles zu beachten.

Wer ist denn nun der Chef in der Firma? «Ab und zu kann ich schon noch einen Ratschlag geben», meint Vater Roland Fäh augenzwinkernd. Tatsächlich hat aber der 40-jährige Sohn Ruben per Anfang Jahr das Steuer der Familienunternehmung Fäh & Co übernommen. Die Firma entwickelt und verkauft Wasseraufbereitungsanlagen. Die familieninterne Nachfolge ist nicht immer klar gewesen. Zwar arbeitet Ruben seit seiner Lehre als Chemielaborant bei Ems Chemie im Unternehmen seines Vaters und war auch Teilhaber. Die Verantwortung ganz zu übernehmen, davor scheute er aber lange Zeit zurück. «Als Angestellter hat man Feierabend, nun ist die Belastung grösser. Bei Schwierigkeiten drehen die Gedanken weiter, abzuschalten fällt mir eindeutig schwer», begründet Ruben Fäh sein Zögern.

Für den 67-jährigen Vater ist die Lösung perfekt. Er habe schon immer gehofft, dass eines der Kinder das Unternehmen übernimmt. «Es wäre doch schade gewesen, wenn ich meine Firma einem Mitbewerber hätte übergeben müssen.»

 



Langsamer Übergang

Über die Übernahme der Firma und die Nachfolgeregelung sprechen die beiden seit zwei bis drei Jahren. Die Übergabe in fachlicher Hinsicht wurde Schritt für Schritt eingeleitet und fand schon vor länger Zeit statt. «Am Anfang musste Ruben noch viel lernen», meint der Vater trocken. Da es für ihr Metier keine Lehre gibt, sei das tatsächlich so gewesen, stimmt Ruben zu. So musste er sich etwa die handwerklichen Fähigkeiten eines Sanitärs aneignen. «Er ist aber geschickt darin», erkennt der Vater an, «heute ist der Anlagenbau und die Montage das, was er am liebsten macht.»

Nun ist auch der formelle Übergang von der Kollektivgesellschaft, an der Vater Roland, Mutter Helen und Sohn Ruben beteiligt waren, in eine Aktiengesellschaft (AG) vollzogen. Dazu haben die Eltern ihre Anteile aus dem Unternehmen herausgelöst. Der Anteil von Ruben ist in eine AG umgewandelt worden.

Aussenstehende Person wirkt beruhigend

Bei den Fragen rund um die Nachfolgeregelung haben sich Fähs auf ihren Treuhänder verlassen können. Er hat sich dabei nicht nur um die aktuellen finanziellen Aspekte gekümmert, sondern auch um Erbschaftsfragen. Dazu hat er auch Gespräche mit den beiden Schwestern von Ruben geführt, damit niemand benachteiligt ist und im Falle einer Erbschaft das Unternehmen nicht gefährdet ist. Beide Schwestern arbeiten nicht im Unternehmen mit. Dass ein Aussenstehender diese Gespräche führte, sei ein grosser Vorteil gewesen, sind Vater und Sohn heute überzeugt. So sei die Sache im Vordergrund gestanden, weniger die Emotionen.

Eine Erleichterung sei die eingespielte Zusammenarbeit im Alltag gewesen. Alle mitarbeitenden Familienangehörigen – also Vater, Sohn, Mutter und die Frau von Ruben – kannten ihre Tätigkeitsgebiete. Sie konnten sich auf die mit der Übergabe anfallenden Formalitäten konzentrieren. So mussten beispielsweise die Versicherungen den neuen Firmenverhältnissen angepasst werden. «Die Offerten zu vergleichen, wird einem nicht gerade einfach gemacht», seufzt Ruben Fäh. Dabei ist ihnen die langjährige Zusammenarbeit mit und die Beratung von ÖKK zugute gekommen, die Versicherungslösungen für Unternehmen und seit 2001 die berufliche Vorsorge anbietet. Zusammen mit dem Treuhänder hat Michael Freytag, Key Account Manager Unternehmenskunden Ostschweiz, die Familie während des gesamten Prozesses der Nachfolgeregelung begleitet. Dabei hat Michael Freytag nicht nur mit Vater und Sohn Fäh die Situation besprochen und die Ziele festgelegt, sondern auch für alle andern in der Firma involvierten Familienangehörigen die für sie beste Lösung gesucht. Ganz im Sinne von ÖKK: Indem er ihnen unkompliziert und transparent die Vor- und Nachteile aufzeigte, um ihnen so die Entscheidung zu erleichtern.

Für Michael Freytag ist die Nachfolgeregelung bei Fähs problemlos verlaufen. Mit der Übergabe an den Sohn ist die Beratung von ÖKK nicht beendet. «Alle drei bis fünf Jahre werden wir das Gespräch mit Ruben Fäh suchen, um die aktuelle Situation und die Deckung der Risiken neu zu beurteilen», sagt Michael Freytag. Dieses Angebot hat für Ruben Fäh den Ausschlag für seine Wahl gegeben: «Nicht zuletzt aufgrund der guten Beratung sind wir nun auch mit der beruflichen Vorsorge und der Unfall-Zusatzversicherung bei ÖKK.» Ebenso hat Ruben Fäh die Erwerbsausfallversicherung der neuen Situation angepasst.

Neu ist die Firma mit ihren Geschäftsräumen Mieterin im Wohn- und Geschäftshaus, in dem eben den Eltern Fäh auch Ruben mit seiner Frau Bettina und den drei Kindern sowie als dritte Partei Rubens Schwester mit ihrer Familie wohnt.

Die Talente des Vaters nutzen

Die familieninterne Nachfolge hat mehrere Vorteile: Roland Fäh und seine Frau Helen arbeiten nun Teilzeit und nehmen sich zusätzlich pro Woche einen ganzen Tag frei. Die Zahl der freien Tage soll noch ausgebaut werden. So ist ein langsamer schrittweiser Rücktritt möglich. «Bei einem Verkauf an einen Mitbewerber hätte ich keinen Tag länger gearbeitet», sagt der Vater, der sich nun möglichst auf seine liebste Tätigkeit konzentriert, nämlich den Verkauf. In diesem Bereich kann Ruben von der Erfahrung seines Vaters profitieren. «Ich werde im Verkauf nie das Talent meines Vaters haben», ist Ruben überzeugt, «ich muss in diesem Gebiet einen andern Weg finden oder später jemanden anders einstellen.»

Nicht nur was die Talente betrifft, sind Vater und Sohn verschieden. «Wir sind zwei ganz verschiedene Charaktere», beschreibt Ruben sich und seinen Vater. «So haben wir immer gut zusammengearbeitet. Klar, es gab hin und wieder Diskussionen. Früher hatte mein Vater das letzte Wort, heute habe ich es. Wie mein Vater nun aber die Verantwortung abgeben und loslassen kann, das bewundere ich. Ich weiss nicht, ob ich das an seiner Stelle auch so gut könnte», meint Ruben anerkennend.