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Durchblick mit Brille

Wenn mit den Kinderaugen etwas nicht stimmt, stellen sich Eltern viele Fragen. Verschwindet das Problem mit dem Wachstum? An wen soll man sich wenden? Und wie lassen sich die stolzen Aus- gaben für Sehhilfen stemmen? Das Beispiel von Nico (9) aus Heimberg BE verschafft Durchblick.

Nico war gerade frisch in den Kindergarten gekommen. Alles war neu und aufregend, daheim plapperte der Junge pausenlos über seine Abenteuer. Doch plötzlich schwärmte er nicht mehr nur von den spannenden Büchern und bunten Basteleien. Er klagte vermehrt über Kopfschmerzen und brennende Augen. Seine Eltern, Damaris und Marc Wyss aus Heimberg, wurden hellhörig und beobachteten ihren Jungen fortan ganz genau. Sie selbst waren beide schon als Kind auf Sehhilfen angewiesen, kannten die Symptome für Augenkrankheiten also aus eigener Erfahrung. Jetzt fiel ihnen auf, wie häufig Nico die Augen zusammenkniff und beim Fernsehen immer näher an den Bildschirm rückte. Die Eltern meldeten Nico beim Kinderarzt an, der ihn nach einem Sehtest an eine Kinderaugenärztin verwies.

Die Fachfrau diagnostizierte beim Kindergärtler eine Kurzsichtigkeit und verschrieb ihm eine Brille. Nico durfte das Modell selbst wählen: Ein Gestell in seiner Lieblingsfarbe Orange und mit Fliegern darauf, sollte es sein. Es war Liebe auf den ersten Blick, und Nico trug seine Brille mit grossem Stolz.

Nicht alle Kinder sind von ihrer Brille so begeistert wie Nico. Denn sie stört beim Rumtoben, schränkt das Sichtfeld ein und sieht ungewohnt aus. Mathias Abegg, Leiter Orthoptik der Universitätsklinik für Augenheilkunde am Inselspital Bern, empfiehlt: «Das Kind soll bei der Brillenwahl mitreden dürfen. Wichtig ist, dass die Brille gut auf der Nase sitzt und hinter den Ohren sicher hält, ohne zu drücken. Ein Modell aus stabilem und formbarem Material lohnt sich – schliesslich muss eine Kinderbrille einiges aushalten.» Das hat auch Nico erfahren müssen. Fast alle sechs Monate landet seine Brille beim Optiker zur Reparatur, wie zum Beispiel letzten Dezember, als die dreijährige Schwester Sofie Nicos Brille in die Finger bekam und prompt ein Bügel abgebrochen ist.

Sehhilfen: Je früher, desto besser

Verkrampfter Blick, juckende Augen – so deutlich wie bei Nico zeigen sich die Auswirkungen einer Sehstörung selten. Häufig bleiben Sehschwächen zu lange unerkannt. Denn so schwach das betroffene Kind im Sehen ist, so stark ist es im Raten. Das Tier am Waldrand? Wahrscheinlich ein Reh. Der Buchstabe an der Wandtafel? Vielleicht ein A. Das Kind findet unbewusst einen Weg, sich durch den Alltag zu mogeln – so geschickt, dass niemand dem Sehproblem auf die Schliche kommt. Augenarzt Mathias Abegg weiss: «Häufig machen sich Eltern dann Vorwürfe. Aber sie haben nichts versäumt: Einen Sehfehler zu erkennen, ist für Laien meist unmöglich.» Umso wichtiger sei, die empfohlenen Routineuntersuchungen beim Kinderarzt wahrzunehmen. Denn zu diesen gehört auch, das Sehsystem zu kontrollieren.

Das Sehsystem entwickelt sich beim Menschen etwa bis zum Alter von zehn Jahren. In dieser Zeit lernt das Gehirn, mit den Sehreizen umzugehen, die von den beiden Augen weitergeleitet werden. Wenn die beiden Bildinformationen massiv voneinander abweichen, konzentriert sich das Gehirn auf die Information des stärkeren Auges und unterdrückt jene des schwächeren. Je länger dieses Ungleichgewicht anhält, desto mehr verkümmert die Funktion des schwächeren Auges und desto schwieriger wird die Korrektur. Augenarzt Mathias Abegg: «Am einfachsten beeinflussbar ist das Sehsystem in den ersten Lebensjahren. Darum ist es so wichtig, einen Sehfehler möglichst früh zu behandeln.»

Doch nicht jede Auffälligkeit ist Grund zur Sorge. Das Baby schielt? «Alle Babys schielen», beruhigt Mathias Abegg. «Schliesslich will das kontrollierte Sehen gelernt sein.» Wenn das Schielen des Babys aber ausgeprägt und immer gleich ist oder wenn das Kind älter ist als sechs Monate, sollen Eltern einen Augenarzt zurate ziehen. Wenn nötig, sollten dann auch Babys eine Sehhilfe tragen, auch wenn das eine ungewohnte Vorstellung ist. Mathias Abegg: «Niemand ist zu jung oder zu alt für eine Brille – unter bestimmten Umständen übrigens auch nicht für Kontaktlinsen.»

Tageslicht statt Rüebli essen

Brille oder Linsen – in der Schweiz braucht am Ende der Schulzeit jedes dritte Kind eine Sehhilfe, sei es, um eine Sehstörung auszugleichen, die Augen zu trainieren oder ein Schielen zu korrigieren. Um ein Vielfaches höher ist die Zahl der Kinder mit Sehhilfe in Fernost. In Singapur zum Beispiel brauchen etwa 90 Prozent der Kinder eine Brille am Ende der Schulzeit.
«Das hat entgegen der landläufigen Meinung weniger mit der Mediennutzung der Kinder zu tun als vielmehr mit dem Mangel an Tageslicht», sagt Augenarzt Mathias Abegg und fasst zusammen: «Der Mangel an Tageslicht gilt als grosser Risikofaktor für Kurzsichtigkeit.» So ist sein wichtigster Rat für gute Augen denn auch: regelmässig raus an die frische Luft.

Seit dem Tag, an dem Nico seine erste Brille in Orange wählte, sind vier Jahre vergangen. Nico geht heute in die dritte Klasse. Er trägt längst nicht mehr die mit Fliegern verzierte Brille, sondern eine schlichte, schwarze. Die Gläser sind mit den Jahren stärker geworden, inzwischen liegt die Dioptrie bei - 5,25. Nico ohne Brille – das gibt’s heute nur noch in zwei Ausnahmesituationen: beim Baden und bei seiner grossen Leidenschaft, dem Eishockeyspielen für den HC Huskys. «Im Wasser würde ich die Brille sicher verlieren, und beim Sport drückt der Helm die Bügel ein», sagt Nico. Als Alternative zur Brille dienen Kontaktlinsen. «Die kann ich selber einlegen».

Entlastet dank Zusatzversicherung

Alle zwei Jahre eine neue Brille, immer wieder Reparaturen, Kontaktlinsen und Linsenmittel – Nicos Sehhilfen bilden einen beachtlichen Posten im Familienbudget. Es kommt dazu, dass auch Damaris Wyss, Nicos Mutter, Linsen braucht und die jüngere Schwester Aline nächstens ebenfalls eine Brille verschrieben bekommt. Da ist die Familie froh um die unkomplizierte Unterstützung über die Grundversicherung und die Zusatzversicherung ÖKK FAMILY. Damaris Wyss: «Der finanzielle Beitrag dank der Zusatzversicherung war mit ein Grund für unseren Wechsel zu ÖKK.» Wie viel und von wem? Diese Fragen beschäftigen auch Nico. Allerdings in einem anderen Bereich: Im nächsten Match mit seinem HC Huskys will er unbedingt ein Goal schiessen – vielleicht sogar zwei.

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