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In guten Händen

Krippe, Grosseltern oder Tagesmutter? Nie gab es so viele Möglichkeiten der Kinderbetreuung wie heute. Auch die Familie Wenger hat sich durch den Dschungel an Angeboten geschlagen und genau die richtige Lösung für ihre Mädchen Nora und Fiona gefunden.


Nora war kaum so gross wie eine Pflaume, eingenistet im Bauch ihrer Mutter, da machten sich ihre Eltern schon auf die Suche. Nicht nach einem Namen für das ungeborene Kind. Auch nicht nach einem Götti. Tanja und Marc Wenger suchten nach einem geeigneten Modell für die spätere Kinderbetreuung.


Für die werdenden Eltern war klar, dass beide nach der Geburt ihres ersten Kindes weiterarbeiten wollten. Sie als Verlagsleiterin mit einem 60-, er als Salesmanager im 100-Prozent-Pensum. Also blieben drei Wochentage, die eine Fremdbetreuung erforderlich machten. Nanny oder Grosseltern? Nachbarn oder beste Freundin? Krippe oder Tagesfamilie? Tanja und Marc Wenger wägten Vor- und Nachteile der verschiedenen Betreuungsangebote ab. Bald war klar, dass die Eltern von Marc Wenger nur zu gern ihr Enkelkind in Obhut nehmen würden. Für die übrigen zwei Tage sollte das Baby in eine Krippe. Doch in welche?


Auf der Suche nach der geeigneten Krippe standen die Eltern eines Tages in Räumlichkeiten, die eher an eine sorgfältig dekorierte Wohnung erinnerten als an eine funktionale Betreuungsanstalt. Tanja Wenger (35) erinnert sich: «Ich spürte sofort, hier wird sich unser Kind wohlfühlen.»

Jedem sein Modell

Fünf Jahre später ist die Krippe small Foot in Kriens zum zweiten Zuhause der Wenger-Juniorinnen geworden – zwei sind’s mittlerweile. Jeden Dienstag und Donnerstag verbringen die in- zwischen vierjährige Nora und ihre einjährige Schwester Fiona hier. Damit gehören sie zu den gut 60 Prozent der Kinder, die laut Bundesamt für Statistik in der Schweiz familienergänzend betreut werden. Genauer gesagt, gehören sie zu den 14 Prozent der Kinder, die in einer Mischform fremdbetreut werden, durch die Krippe und die Grosseltern in diesem Fall. 16 Prozent der Kinder bis zwölf Jahre besuchen ausschliesslich eine Institution wie Krippe, Hort oder Tagesfamilie; mit 30 Prozent am häufigsten geschieht die Fremdbetreuung durch «nahestehende Personen» wie Grosseltern oder durch Hausangestellte wie Nannys.


Die Vielfalt an Betreuungsangeboten ist also gross. Nur: Welche Betreuungsform stimmt für wen? Nadine Hoch, Geschäftsleiterin von kibesuisse, dem Verband Kinderbetreuung Schweiz, bringt es auf den Punkt: «Ein Gut oder Schlecht gibt es nicht. Es kommt auf die Bedürfnisse der Eltern an und ebenso auf jene des Kindes.» Entscheidend sei, sich für die Suche Zeit zu lassen – und für die Eingewöhnung. Denn eine sorgsame Einführung des Kindes in die neue Situation sei der Grundstein für eine spätere erfolgreiche Betreuung.

Zmittag unter Freunden

Dienstag, 7 Uhr, bei Familie Wenger in Obernau. Tanja Wenger packt Nora und Fiona ins Auto, fünf Minuten später stehen sie in der Krippe in Kriens. Nora hängt die Jacke an «ihren» mit einer Fee markierten Haken, schon nimmt eine Krippenbetreuerin die Wenger-Mädchen in Empfang. «Wie geht es euch?», fragt sie. Dann ein kurzer Austausch mit der Mutter: Wie war die Nacht? Irgendetwas Spezielles? Dann ein letzter Kuss – und weg sind sie, die beiden Mädchen. So viele Freunde warten, so viele Spiele!


Es wartet ein Tag – ohne Mama und Papa, dafür mit Zmittag unter Kindern, Klecksen mit Fingerfarben und Toben im Herbstlaub. Tanja Wenger ist mittlerweile unterwegs ins Büro, mit den Gedanken bei der Arbeit, nicht mehr bei Nuggis und Windeln.

Wachsendes Angebot

Die Krippe in Kriens war vor sieben Jahren die erste von small Foot, elf weitere Krippen sind seither hinzugekommen. Small Foot ist in den letzten Jahren stark gewachsen, so wie die Zahl der Betreuungsplätze in der Schweiz allgemein. Das liegt nicht zuletzt an der Anstossfinanzierung des Bundes: Dank dieser sind in den vergangenen 13 Jahren rund 47'700 neue Plätze für die Tagesbetreuung von Kindern entstanden, was einer Erhöhung des Platzangebots um 96 Prozent entspricht. Inzwischen hat das Parlament die Anstossfinanzierung verlängert und 120 Millionen Franken bis ins Jahr 2019 gesprochen.


Und trotzdem: Eltern tun gut daran, wie die Wengers bereits vor der Geburt über das «Wie?», «Wer?» und «Wo?» der künftigen Kinderbetreuung zu diskutieren. Eine passende Tagesmutter zu finden, braucht Zeit und die Wartelisten der Krippen sind vor allem in städtischen Gebieten lang. Schliesslich gelten klare Reglementierungen, wie viele Kinder in welchem Alter eine Krippe aufnehmen darf, erklärt Fabian Haindl, Verwaltungsrat der small Foot AG. «Das hängt ab von der Grösse und Fläche der Krippe sowie der Anzahl Betreuerinnen.»

Von Paris nach Europa

Oft wird der Boom der Kinderkrippe als Phänomen der heutigen Zeit gesehen. Dabei geht die Geschichte der Krippe zurück ins Paris des 19. Jahrhunderts. Hier eröffnete der Jurist Firmin Marbeau 1844 die erste Krippe Europas, um die Hygiene und Betreuung von Kleinkindern zu verbessern. Denn im Zuge der Industrialisierung tauschten immer mehr Frauen ihre Heimarbeit gegen eine besser bezahlte Fabrikarbeit und überliessen die Kleinkinder den überforderten Geschwistern.


Krippengründer Marbeau schrieb 1846 über seine Einrichtung: «Zwölf Wiegen, einige Stühle, einige Kindersessel, ein Kruzifix, ein Rahmen, in welchem das Reglement der Krippe hing, dies war die ganze Einrichtung.» Würde er heute eine small-Foot-Krippe betreten, käme er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Puppen und Bücher, Lego und Knete, Indoor-Rutschbahn und selbstgebaute Kletterburg – kaum ein Kindertraum bleibt unerfüllt.


Kurz vor 18 Uhr ist Papa Wenger in der Krippe, um seine Töchter abzuholen. Er nimmt Noras Jacke vom Haken mit der Fee, da kommen seine Mädchen angerannt. Eine Betreuerin berichtet vom Tag, dann ist es Zeit für den Abschied.

small Foot

ÖKK hat ihr Engagement für Kinderkrippen durch die neue Partnerschaft mit small Foot erweitert. Die Kooperation bringt ÖKK Kunden viele Vorteile.